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Samuel Degen - Reisen, Fotografie & mehr

Sri Lanka - Rundreise und Besuch der Patenkinder von Matara

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Teil 1



Teil 2


Ein Video mit Aufnahmen aus den Jahren 2007 und 2009

"Sri Lanka - ein Land zwischen atemberaubender Schönheit, kulturellen Schätzen und einem Leben in Armut".


Der Zuschauer nimmt teil an einer Reise quer durch die Insel von Küste zu Küste, vom authentischen Negombo an der Lakkadiven See im Westen bis zur legendären Arugam Bay am Indischen Ozean im Westen.
Er erhält Einblicke in die bittere Kolonialgeschichte des Landes sowie die Auswirkungen des 2009 beendeten verheerenden Bürgerkrieges der vergangenen 26 Jahre. Die wirtschaftliche Lage des Landes und die meist erschütternde Armut seiner Menschen werden erläutert.
Die Reise führt auf der ersten Etappe zum Elefantenwaisenhaus in Pinnawela, das beachtliche 70 Elefanten beherbergt.
Weiter geht es zu den mächtigen vorchristlichen Höhlentempeln von Dambulla mit wunderschönen Abbildungen Buddhas und hinduistischer Gottheiten.
Auf dem Weg zur ältesten Königsstadt des Landes, Anuradhapura mit den Überresten riesiger Klöster und fantastischer Paläste wird auch Mihintale, eine sehr bedeutende buddhistische Stätte des Landes, besichtigt.
In Pollonaruwa, das vom 11. bis zum 13. Jahrhundert Inselhauptstadt war, warten auch der Königspalast, der Shiva Tempel und 4 Buddhastatuen auf ihre Entdeckung.
Einer der absoluten Höhepunkte der Reise ist der Aufstieg auf den Löwenfelsen von Sigiriya. Die grandiose Aussicht aus 200 Metern Höhe über die Ebene mit Dschungel, Reisfeldern und Stauseen entschädigt für die Mühen des Aufstiegs. Zudem bezaubern mitten am Steilhang des Löwenfelsen die Fresken der berühmten Wolkenmädchen.
In Kandy, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, besuchen wir den Zahntempel, eines der bedeutendsten Heiligtümer von Sri Lanka. Hier ist der Legende nach ein Zahn Buddhas aufbewahrt. Die berühmten Kandydancer in der Nachbarschaft des Tempels runden den Besuch der eindrucksvollen Königsstadt ab.
Der botanische Garten von Paradeniya, der als einer der schönsten Asiens gilt, das kühle Bergland mit seinen zahlreichen Teeplantagen sowie der Besuch einer Teefabrik des berühmten Ceylontees sind weitere Stationen auf dem Weg nach Nuwara Elya, der mit 1.890 Metern höchstgelegenen Stadt des Landes.
Nur eine Woche nach Beendigung des 26-jährigen Bürgerkrieges im Juni 2009 führt der Autor die Zuschauer jetzt zur bis dahin heftig umkämpften Ostküste, um die zauberhaften Landstriche rings um die Arugam Bay nach einem viertel Jahrhundert brutaler Gewalt neu zu entdecken.
Über die hinduistischen Wallfahrtsstädte Kataragama und Tissamaharama führt die Route nun in den tiefen Süden zum berühmten Yala Nationalpark. Majestätische Elefanten, scheue Leoparden und auch fliegende Hunde bieten einen eindrucksvollen Einblick in die vielfältige Flora und Fauna der paradiesisch schönen tropischen Insel, die auch besser als Ceylon bekannt ist.
Weiter führt der Weg nun zum Abschluss der beeindruckenden Rundreise durch die bekannten Badeorte des Südens und Westens, die für die meisten Besucher der Insel aus Europa alleiniges Ziel einer Reise nach Sri Lanka sind.
Nun führt der Referent die Zuschauer zu den 220 Patenkinder im "Karlsruher Children Center" beim berühmten Tempel von Matara, dem Maha Viharaya an der Südspitze von Sri Lanka, um einen Einblick in die örtliche Arbeit des Karlsruher Hilfsprojektes "Patenkinder Matara e.V." zu ermöglichen.
Schon der Empfang im Tempel übertrifft alle Erwartungen. 300 Menschen stehen Spalier, Kandydancer mit ihren wuchtigen Trommeln sorgen für einen würdevollen Rahmen. Das größte Hilfsprojekt dieser Art in Sri Lanka bietet den Patenkindern eine vernünftige Unterbringung bei Pflegefamilien, schulische Zusatzausbildung wie EDV-Lehrgänge und Englischunterricht, Verpflegung und medizinische Versorgung.
Der Autor Samuel Degen, online unter www.samueldegen.de, widmet seinen zweistündigen multimedialen Vortrag (mit Pause) diesen Patenkindern von Matara in Sri Lanka. Er ist stv. Vorsitzender der Karlsruher Hilfsorganisation "Patenkinder Matara e.V." und managt in dieser Funktion die Arbeit des Vereins, der online präsent ist unter www.patenkinder-matara.de. Der Verein bittet um Unterstützung der Kinder durch eine Spende und/oder die Übernahme einer Patenschaft für nur 10,- Euro im Monat..
Im Juni 2011 führte Samuel Degen über die Pfingstferien 51 Karlsruher Pateneltern nach Sri Lanka, auch um Geschenke und Spenden zu überbringen und vor Ort berufliche Chancen der Patenkinder nach deren schulischer Ausbildung mit dem örtlichen Projektleiter zu besprechen. Bereits 2007 und 2009 leitete er erfolgreich solche Gruppen durch die Insel und zu den Patenkindern von Matara

 

Durlacher Kulturpreis "Silberne Orgelpfeife" erhalten

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Kulturpreis für den Fotografen und Weltenbummler Samuel Degen

Im Rahmen der Vernissage zur Fotoausstellung "THE WORLD AT NIGHT" in der Orgelfabrik Durlach, erhielt am Abend des 15. Juni 2012 der Stupfericher Fotograf Samuel Degen aus den Händen der Vorsitzenden, Frau Dr. Hildegund Brandenburg, die "Silberne Orgelpfeife" verliehen.

Diese Auszeichnung des Durlacher Kulturvereins "Die Orgelfabrik - Kultur in Durlach e.V." wurde in den 20 Jahren seines Bestehens erst zum 4. mal verliehen. Sie bekommen Menschen, die sich im Besonderen um die kulturelle Entwicklung von Durlach und auch des Kulturbetriebes rings um die Durlacher Orgelfabrik verdient gemacht haben. Auch Günther Malisius, Vorsitzender sowohl vom "Historischen Verein Durlach als auch der Bürgerstiftung Durlach, die eng mit dem Kulturverein zusammenarbeiten, sprach sich für Samuel Degen als den 4. Durlacher Preisträger aus.


Fotos: Christine Gustai


Text, Kamera und Schnitt: Siegfried Becker

 

Oman - Abenteuer Musandam

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Nachdem vor zwei Jahren in 2010 unser Versuch, aus den VAE über Fujarah und Khor Fakkan an der Ostküste die Nordspitze der Omanischen Halbinsel Musandam über den Grenzort Diba zu erreichen gescheitert war, versuchten wir dies im Juni 2012 erneut, nun aber über die Westküste nördlich vom auch hierzulande bekannten Ras Al Khaimah.
Völlig falsch gezeichnete Karten in unseren Reiseführern Apa Guide und Merian suggerierten uns damals eine gut ausgebaute Straße im Osten dieser nördlichsten Omanenklave bis hoch nach Khasab. Diese erwies sich dann jedoch als böser Schotterweg, der immer schmaler in die wilden Schluchten des Ruus al Jibal Gebirges führte, so dass wir nach sehr gewagten über 50 Kilometern ungeplantem "Offroad Adventure" frustiert wenden und noch am gleichen Tag wieder in die VAE zurückkehren mussten. Zumindest war dort der Grenzübertritt in Ras Dibba an der Oman See ganz einfach. Pass vorweisen und weiterfahren.


Samuel Degen auf dem Weg in den Oman - ohne Mietwagen geht hier gar nichts...

Aber nun alles ganz anders. Alle Karten zeigen nun unmissverständlich auf, dass es tatsächlich nach der Dahra Border (UAE) über die Tibat Border (Oman) eine Asphaltstraße an der Westküste hoch nach Khasab, der Hauptstadt von Musandam, geben muss. Super, dann gehen wir das doch wieder an. Zu sechst waren wir lange zuvor in Dubai angereist, vier weitere Freunde stießen erst am Vortag nach einem anderem Vorprogramm in Ras Al Kaimah zu uns.
Abfahrt um 9 Uhr ab unserem recht akzeptablen Hotel in RAK, fast schon zu spät für eine Reise in den Oman. Nach 90 Minuten erreichen wir mit unseren drei Mietwagen die omanische Grenze in Dahra, kurz nach dem bekannteren Ort Ash Sham. Wir müssen aussteigen und rein ins Büro der VAE Grenzer. Kein gutes Zeichen. Fragen, Papierkrieg, Formulare, Check der Autopapiere unserer Mietwagen und Bezahlung einer Gebühr von 35 Dirham pro Person in cash. Gut, das sind keine 10 Euro, aber eine halbe Stunde ist futsch.
Wiederholung des Gesamten 100 Meter weiter an der Omanischen Grenzstation vor Tibat. Nein, so war das eigentlich nicht gedacht. Nun wanderten 50 VAE Dirham über den Counter, das sind weitere 12 Euro. Addiert mit dem Zeitverlust von einer
weiteren halben Stunde stand das Projekt "Abenteuer Musandam" nun echt auf der Kippe.


Warten auf das Ablegen der Dhau im Hafen von Khasab / Oman

Aber gut, alle 10 Personen sowie unsere drei Wagen kamen zumindest ohne Beanstandungen irgendwelcher Papiere an beiden Grenzstationen durch, wir waren endlich im Oman.
Nun aber schnell, die 40 Kilometer nach dem militärisch so bedeutsamen Khasab an der Meeresstraße von Hormus gegenüber des Iran wollen ja auch noch gefahren werden. Die traumhaft schöne Küstenstraße, links der Arabische Golf und rechts die steilen Hänge des Ruus al Jibal Gebirges, sind den Besuch alleine schon wert, der Weg ist das Ziel. Die zu fahrende Höchstgeschwindigkeit beträgt fast durchgängig 50 km/h, also eine weitere Stunde blitzampelüberwachte Sightseeing Schleichfahrt bis nach Khasab.
Endlich da. Da nun schon nach 12 Uhr
, geben die Läden in den laut Literatur so einmaligen Soukhs von Khasab gar nichts her, um die Mittagszeit bei 45 Grad ist hier alles geschlossen.

Also zum Hafen. Keine Ausschilderung, von der Küstenstraße aus ist nur ein großes Betonbecken mit zwei weißen Riesenpötten zu sehen, von hölzernen Dhaus weit und breit keine Spur. Aber dann doch. Durch einen Spalt an einem kaschierenden Bauzaun sehe ich ganz versteckt am rechten Rande der großen Bucht von Khasab dunkle Boote. Also die Bucht umfahren und die letzten hundert Meter über eine kaum erkenntliche Schotterpiste zu zwei ins Meer ragenden Landungsstegen. Klasse, gleich hier am ersten Steg liegen gut 20 Dhaus, aber alle nur zum Fischen
aufgetakelt und menschenleer. Enttäuschung macht sich breit.
Andrea hat derweil aber am anderen Steg mehr Glück. Ein Herr, der gerade ins Auto einsteigen und wegfahren will, hält inne und fragt sie nach dem Zweck unseres Besuches hier im Dhau Hafen von Khasab. Er entpuppt sich als ein Mitarbeiter von "Musandam Sea Adventure Travel & Tourism", der wohl einzigen Reiseagentur hier am Ort. Gerade noch eine Ausflugsdhau wäre frei und auch sofort zu haben. Wie im Orient so üblich, gleich die geforderte Chartergebühr für eine Dhaufahrt von 1200 auf 700 Dirham heruntergehandelt, das sind für uns nun pro Person so 17 Euro.
Dreieinhalb Stunden lang soll die Schiffstour gehen, Softdrinks und Obst sind inbegriffen. Ebenso Schnorchelbrillen und Flossen.
Der Kapitän, klassisch gekleidet mit Kaftan und Kopftuch, wirft erst einmal seinen kleinen Teppich Richtung Mekka aufs Deck und betet - alles wird gut.
Um 13:30 Uhr legt der Kahn mit zwei Mann Besatzung ab. Kühlender Fahrtwind kommt auf und mit ihm das erhoffte Glücksgefühl - endlich geschafft.


Kapitän (re) und Bootsmann der Dhau

Die mitgeschleppten gängigen Reiseführer überschlagen sich unisono fast im Lob über diese wildromantische Gegend, die kilometerlangen fjordartigen Meeresarme sind ein ausgesprochener Traum für Naturfreunde. Und tatsächlich. Glasklares Wasser, steil aufragende Felswände und gleich zwei Schmugglerboote direkt vor uns. Aus dem übers Meer nur 50 km entfernten Iran kommen ständig Boote mit Ziegen, Teppichen und Sonstigem, was die total verarmte Landbevölkerung alles so feilbieten kann. Meist bereits vor dem Hafen von Khasab, noch auf dem offenen Meer, werden die Ware getauscht, vornehmlich gegen Elektronik, die im unter internationalem Boykott stehenden Iran nicht zu bekommen ist. In Handumdrehen ist die Ware von Boot zu Boot übergeben und schon saust der Iraner im Höllentempo seines Speedbootes wieder ins Blau des offenen Meeres hinaus.


Schroffe Felswände ragen steil in den Himmel

Der Kapitän steuert nach rechts in eine Bucht, die sich als die Mündung eines dieser gewaltigen "Fjorde" entpuppt. Nachdem ich mich dem Kapitän als Travel Agent auf Recherchetour geoutet habe, übergibt er mir eine zwar schon zerfledderte, aber sogar deutschsprachige recht genau gezeichnete Karte dieser Gegend. 16 km ist dieser "Khor Ash Sham" tief, mehrere Minidörfer an den Steilhängen des Gebirges, die nur per Boot erreicht werden können, werden wir passieren, ohne sie jedoch zu betreten, um das abgeschiedene Leben der Fischerfamilien hier nicht zu stören.



Unsere gesamte Gruppe ist sehr guter Dinge, der Blick von unserer mit Teppichen und großen Kissen ausgelegten kitschigblauen Dhau aus ist fast schon unwirklich schön. Und dann sind sie plötzlich da, die Delphine, deren Erscheinen wir uns erhofft hatten. Kapitän und Bootsmann pfeifen und klatschen um die Wette, der Gashebel der Dhau geht auf Vollgas. Und tatsächlich, rechts und links begleiten uns nun sausend die Delphine. Unglaublich, sie direkt unter der klaren Oberfläche zu sehen, ohne dass wir irgendwelche Flossenschläge erkennen können. Jedes mal, wenn sie trotz des hohen Tempos auch noch aus dem Wasser schießen, klicken die Kameras, unser Glück ist perfekt - welch ein Erlebnis.

Wir passieren "Nadifi", das erste Dorf des Fjordes mit 120 Einwohnern. Die Kinder werden jeden Samstag per Boot zur Schule nach Khasab gebracht und kommen am Mittwoch zurück ins Dorf, um das Wochenende mit der Familie zu verbringen. Die Regierung stellt den kärglichst lebenden Bewohnern wöchentlich kostenlos Trinkwasser zur Verfügung. Bemerkenswert finden wir auch "Maqleb" mit nur 10 Häusern. Welch ein Leben fernab unserer Vorstellungskraft.


Entgegenkommende Dhau

Die Dhaus, die am Vormittag bereits vor uns in Khasab ausgelaufen waren, stoppen auf dem Rückweg neben uns. Offensichtlich hatten die in Sachen Delphine weniger Glück wie wir, unser Kapitän wendet sofort.
Fast als Belohnung für diese Entscheidung gleich schon wieder spielende Delphine vor uns. Und wieder diese offensichtlich animierende Vollgasfahrt mittendurch zur Delphineskorte. Ja klar, Delpine habe ich auf Reisen schon oft gesehen, als solch rasende "Torpedos" aber noch nie.



Rasende Delphine begleiten unsere Dhau
Die Wasserfarbe habe ich per Photoshop etwas aufgepeppt...

Die Delphine sind abgetaucht, die Fahrt verlangsamt sich, wir nähern uns dem Inselchen "Telegraph Island". Der Anker fällt, nun aber endlich ab ins erfrischende Nass. Welche Labsal, von 45 Grad Lufttemperatur ins "nur" 30 Grad kühle Wasser zu wechseln. Bananengeködert schwimmen wir inmitten bunter Fischschwärme.
Herrlich, da Telegraph Island von einem Korallenriff umgeben ist und damit einer der besten Plätze auch zum Schnorcheln. 1864 erbauten die Briten auf diesem Inselchen eine Telegrafenstation. Sie verlegten ein Unterwasserkabel von Indien nach Basra im Irak, um eine Verbindung zwischen England und Indien zu erhalten. Gut so, die Welt wuchs bereits damals zunehmend zusammen.
Der aufkommende Gedanke, dass auch einer der hier vorkommenden Haie auf uns lauern könnte, vertreibt die 12-jährige B. weinend aus dem Wasser ins Boot. Klar, ein überschaubares Freibad ist dieser schroffe omanische Meeresarm im Persisch-Arabischen Golf an diesem Ende der Welt dann doch nicht.


Der Bootsmann wirft den Anker vor dem Inselchen "Telegraph Island"

Reisen fernab ausgetretener Pfade - die Welt erscheint hier besonders reich und schön. Erinnerungen, die bleiben. Auch dank solcher gedanklicher Skizzen, vieler Fotos und Videos.
Der Kapitän betet wieder, sein Gebetsteppich weist nun gen Heck, der Bootsmann steuert.
Laut erschallt "Allahu Akbar - Gott ist groß"  und seine Schöpfung ist herrlich. Hier sogar noch ein Stück weit herrlicher als anderswo. 
 

April 2012 E / Indien - Goa per Scooter

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Mein Bericht über unsere ausgedehnten Touren durch Goa vom 07. - 14.04.12 auf zwei weißen Honda Motorrollern ist noch in Vorbereitung.


Andrea & Jo


Samuel Degen, Indien/Goa, Little Vagator Beach, Shiva`s Place

Trip powered by:

 

April 2012 D / Indien - Weltkulturerbe Ellora

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Zur Fotogalerie Fort Dalautabad hier klicken
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Unser neuer Fahrer am dritten Tag in Aurangabat spricht nun aber ein gutes Englisch, hat gute Manieren und ist rundum freundlich. Gute Voraussetzungen für unseren nun geplanten Trip zu den Höhlentempeln von Ellora.
Unterwegs hält er beim Daulatabad Fort an, der größten Wehranlage Westindiens. Hier sollen wir hinauf? Der höchste Punkt des auf hohen Felsen gelegenen Forts erhebt sich bestimmt 200 Meter, und das bei nun schon wieder fast 40 Grad im Schatten. Kein Pardon, in solchen Sachen sind wir meist knallhart, ein weiches Sofa haben wir zuhause und wir fliegen nicht um die halbe Welt um hier herumzujammern. So steigen wir über 90 Minuten lang bergan, herrliche und überraschende Perspektiven tun sich auf. Welch kolossale Wehr- und Gebäudekomplexe, trutzig für die Ewigkeit gebaut.


Foto: (c) Samuel Degen. Das gewaltige Fort in Daulatabad

Das war klasse, wenngleich wir dann erst nach über zwei Stunden wieder beim Parkplatz sind. Und wieder einmal wurden auch wir dutzende male fotografiert, fast jeder der vielen Inder zückte im Vorbeigehen versteckt sein Handy, um unser helles Fleisch abzulichten. Andrea trägt auch heute wieder ihren fast bodenlangen schwarzen Rock, sonst wären es vermutlich doppelt so viele Handyaufnahmen geworden, halbnackte Damenbeine gibt es hier absolut nicht. Wie wir heißen, aus welchem Land wir kommen, wie uns Indien gefällt. Und dies nicht, wie fast  überall andernorten, nur als Aufhänger zu hartnäckigen Verkaufsvorbereitungen für irgendwelchen Plunder, nein, da ist echtes Interesse ohne Hintergedanken an uns als Gäste des Landes. Die Männer grüßen freundlich, manche klopfen mir freundschaftlich auf die Schultern. Wo es doch in Indien völlig normal ist, dass Männer Hand in Hand spazieren gehen.


Foto: (c) Samuel Degen. Indische Besucher kommen von weither, um die Pracht des Kailash-Tempels in Ellora zu bewundern.

Nun durch die heftige Klettertour gut „aufgewärmt“ wenige Kilometer weiter nach Ellora. Und dort  wieder eine erfreuliche Überraschung. Die Höhlentempel hier sind zwar nicht so malerisch wie in Ajanta in eine senkrechte Felswand gehauen, dafür aber sind sie noch gewaltiger, noch eindrucksvoller. Nun rächt sich unser sportives „Vorprogramm“ doch, wir schaffen nicht alle 34 Höhlen. Nach 4 Stunden bei gefühlten 45 Grad geben wir entkräftet auf, nicht jedoch ohne die wichtigsten 20 Tempel intensiv inspiziert und fotografisch dokumentiert zu haben. Und das im Beisein unseres nun 12-jährigen Jo, der seit 10 Jahren diese unsere üblichen Mördertouren mehrmals jährlich rings um den Globus recht klaglos mitmacht und nicht ständig, wie seine meist total verweichlichten Altersgenossen, auf Mallorca ständig nach Pommes und Pool jammert.
Vor allen den Tempel Nummer 16, den Kailash Tempel, werden wir wohl nie vergessen. Dessen Dimension und Qualität, die Tempel von Ellora sind ebenso wie die Tempel in Ajanta monolithisch am Stück aus dem Felsmassiv gehauen, gehört zum gewaltigsten, was wir je, von künstlerischer Menschenhand geschaffen, gesehen haben.
Nur die in fast allen Tempeln von Ellora ins Auge stechenden massiven Beschädigung durch die Islamisten, wie bereits erwähnt, machen uns noch nach Jahrhunderten wütend. Die abgeschlagenen Nasen, Hände und Füße an den schönsten Statuen sind grauenhaft und, da diese Taten gegen Einrichtungen oder Kultgegenstände anderer Religionen bis in die heutige Zeit fortwähren, nicht ansatzweise akzeptabel.


Foto: (c) Samuel Degen. "Weltwunder" Ellora, Tempel No 16, der "Kailash-Tempel"

So einerseits von der einmaligen Schönheit von Ellora überwältigt, als auch andererseits emotionell „geladen“, wollen wir dann aber doch noch nicht schlapp machen und am späten Nachmittag auf dem Rückweg zum Hotel noch versöhnlich nach Khuldabad an das Grab des letzten großen Moguls Aurangzeb, jenes islamistischen Täters, der die Zerstörungen in Ellora der für ihn "heidnischen Symbole" befohlen hatte, besuchen.
Ein Blinder leiert am Grab, das eine wahre islamische Wallfahrtsstätte darstellt, auf Englisch Ruhm und Ehre des Verstorbenen herunter, so auf die Art, den Buddhisten, Hinduisten und Jainisten habe der es aber so richtig gezeigt. Kein Wort von Reue, von Entschuldigung, von Verirrungen in der Geschichte. Dagegen nur Stolz, Ruhm und Ehre im Namen des Propheten.

Und mein neues T-Shirt, das ich mir in Vorbereitung auf diese Tempeltour mit der Aufschrift "God ist too big to fit into one Religion" (Gott ist zu groß, um in eine Religion zu passen), in Goa habe besticken lassen, hatte ich heute nicht angezogen. Sicherlich hätte er, wenn er sehen könnte, den Sinn auch nicht verstanden. Religiöse Fundamentalisten und Hardliner kennen kein ökumenisches Mit- oder zumindest Nebeneinander der Weltreligionen, alle anderen sind bei denen immer nur die "Ungläubigen", die strikt abzulehnen sind. Wann wird die Menschheit, nach Jahrtausenden dieses Irrsinns, endlich die religiöse Vielfalt mit ihren wunderbaren Werten, Philosophien und Perspektiven als Bereicherung und nicht als Grund zur erbitterten Gegnerschaft mit Millionen von Opfern begreifen.


Foto: (c) Samuel Degen. Lobpreisungen in Khuldabad auf die Taten des 1707 verstorbenen Moguls Aurangazep

Diesen Moscheebesuch hätten wir uns somit wirklich sparen können, wieder ein dunkles Mosaiksteinchen in meinen seit über 30 Jahren weltweit gesammelten düsteren Erkenntnissen und Erfahrungen über die dumpfe Gewalt, die zu oft von diesen Leuten ausgeht. Wo ich doch Anfang der 80er Jahre so optimistisch und wissbegierig in die Weiten des Orients aufbrach, um die literarisch so vielgepriesenen Weis- und Klugheiten des Islam bereichernd selbst zu erfahren. Welch ein Irrtum...

Abends dann nach dem labendem Geplansche im Hotelpool obligatorisch sofort alle Aufnahmen des Tages auf die Festplatte das Netbooks gesichert, undenkbar, durch den Defekt einer Speicherkarte die Ergebnisse unserer aufwändigen Reiserecherchen zu verlieren.

Nun mit Jet Airways zurück an die Traumstrände von Goa, mit Umsteigen in Bombay. Dort dann aber ein ungeplanter Aufenthalt von 6 Stunden, da die Landebahn von Goa wegen Reparaturarbeiten zeitweise gesperrt sei.  Ok, da bietet sich doch eine Stadtrundfahrt in Bombay an. Schnell in der Nähe des Airports für pauschal 1.600 Rupien ein recht dubioses und schrottreifes Chartertaxi gefunden, da uns leider kein Reise- oder Infoschalter im Airport weiterhelfen kann. Das Ganze aber nur ein Reinfall: zwei Stunden zähe Staufahrt in die 40 km entfernte City von Bombay, nur eine halbe Stunde Spaziergang rings um das weltberühmte Gateway of India und wieder zwei Stunden Staufahrt zurück zum Airport. Wenige Fotos als Ausbeute aber dafür eine große Erfahrung reicher: nie wieder Bombay.


Foto: (c) Samuel Degen. Das Taj Mahal Palace in Bombay am Gateway of India

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