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Gruppenreise mit 10 Personen durch die VAE / Oman

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Nachdem vor zwei Jahren in 2010 unser Versuch, aus den VAE über Fujarah und Khor Fakkan an der Ostküste die Nordspitze der Omanischen Halbinsel Musandam über den Grenzort Diba zu erreichen gescheitert war, versuchten wir dies im Juni 2012 erneut, nun aber über die Westküste nördlich vom auch hierzulande bekannten Ras Al Khaimah.
Völlig falsch gezeichnete Karten in unseren Reiseführern Apa Guide und Merian suggerierten uns damals eine gut ausgebaute Straße im Osten dieser nördlichsten Omanenklave bis hoch nach Khasab. Diese erwies sich dann jedoch als böser Schotterweg, der immer schmaler in die wilden Schluchten des Ruus al Jibal Gebirges führte, so dass wir nach sehr gewagten über 50 Kilometern ungeplantem "Offroad Adventure" frustiert wenden und noch am gleichen Tag wieder in die VAE zurückkehren mussten. Zumindest war dort der Grenzübertritt in Ras Dibba an der Oman See ganz einfach. Pass vorweisen und weiterfahren.


In HD verfügbar. Erst Film starten und dann unten rechts aufs "Zahnrad" klicken und 720 oder 1080 wählen


Samuel Degen auf dem Weg in den Oman - ohne Mietwagen geht hier gar nichts...

Aber nun alles ganz anders. Alle Karten zeigen nun unmissverständlich auf, dass es tatsächlich nach der Dahra Border (UAE) über die Tibat Border (Oman) eine Asphaltstraße an der Westküste hoch nach Khasab, der Hauptstadt von Musandam, geben muss. Super, dann gehen wir das doch wieder an. Zu sechst waren wir lange zuvor in Dubai angereist, vier weitere Freunde stießen erst am Vortag nach einem anderem Vorprogramm in Ras Al Kaimah zu uns.
Abfahrt um 9 Uhr ab unserem recht akzeptablen Hotel in RAK, fast schon zu spät für eine Reise in den Oman. Nach 90 Minuten erreichen wir mit unseren drei Mietwagen die omanische Grenze in Dahra, kurz nach dem bekannteren Ort Ash Sham. Wir müssen aussteigen und rein ins Büro der VAE Grenzer. Kein gutes Zeichen. Fragen, Papierkrieg, Formulare, Check der Autopapiere unserer Mietwagen und Bezahlung einer Gebühr von 35 Dirham pro Person in cash. Gut, das sind keine 10 Euro, aber eine halbe Stunde ist futsch.
Wiederholung des Gesamten 100 Meter weiter an der Omanischen Grenzstation vor Tibat. Nein, so war das eigentlich nicht gedacht. Nun wanderten 50 VAE Dirham über den Counter, das sind weitere 12 Euro. Addiert mit dem Zeitverlust von einer
weiteren halben Stunde stand das Projekt "Abenteuer Musandam" nun echt auf der Kippe.


Warten auf das Ablegen der Dhau im Hafen von Khasab / Oman

Aber gut, alle 10 Personen sowie unsere drei Wagen kamen zumindest ohne Beanstandungen irgendwelcher Papiere an beiden Grenzstationen durch, wir waren endlich im Oman.
Nun aber schnell, die 40 Kilometer nach dem militärisch so bedeutsamen Khasab an der Meeresstraße von Hormus gegenüber des Iran wollen ja auch noch gefahren werden. Die traumhaft schöne Küstenstraße, links der Arabische Golf und rechts die steilen Hänge des Ruus al Jibal Gebirges, sind den Besuch alleine schon wert, der Weg ist das Ziel. Die zu fahrende Höchstgeschwindigkeit beträgt fast durchgängig 50 km/h, also eine weitere Stunde blitzampelüberwachte Sightseeing Schleichfahrt bis nach Khasab.
Endlich da. Da nun schon nach 12 Uhr
, geben die Läden in den laut Literatur so einmaligen Soukhs von Khasab gar nichts her, um die Mittagszeit bei 45 Grad ist hier alles geschlossen.

Also zum Hafen. Keine Ausschilderung, von der Küstenstraße aus ist nur ein großes Betonbecken mit zwei weißen Riesenpötten zu sehen, von hölzernen Dhaus weit und breit keine Spur. Aber dann doch. Durch einen Spalt an einem kaschierenden Bauzaun sehe ich ganz versteckt am rechten Rande der großen Bucht von Khasab dunkle Boote. Also die Bucht umfahren und die letzten hundert Meter über eine kaum erkenntliche Schotterpiste zu zwei ins Meer ragenden Landungsstegen. Klasse, gleich hier am ersten Steg liegen gut 20 Dhaus, aber alle nur zum Fischen
aufgetakelt und menschenleer. Enttäuschung macht sich breit.
Andrea hat derweil aber am anderen Steg mehr Glück. Ein Herr, der gerade ins Auto einsteigen und wegfahren will, hält inne und fragt sie nach dem Zweck unseres Besuches hier im Dhau Hafen von Khasab. Er entpuppt sich als ein Mitarbeiter von "Musandam Sea Adventure Travel & Tourism", der wohl einzigen Reiseagentur hier am Ort. Gerade noch eine Ausflugsdhau wäre frei und auch sofort zu haben. Wie im Orient so üblich, gleich die geforderte Chartergebühr für eine Dhaufahrt von 1200 auf 700 Dirham heruntergehandelt, das sind für uns nun pro Person so 17 Euro.
Dreieinhalb Stunden lang soll die Schiffstour gehen, Softdrinks und Obst sind inbegriffen. Ebenso Schnorchelbrillen und Flossen.
Der Kapitän, klassisch gekleidet mit Kaftan und Kopftuch, wirft erst einmal seinen kleinen Teppich Richtung Mekka aufs Deck und betet - alles wird gut.
Um 13:30 Uhr legt der Kahn mit zwei Mann Besatzung ab. Kühlender Fahrtwind kommt auf und mit ihm das erhoffte Glücksgefühl - endlich geschafft.


Kapitän (re) und Bootsmann der Dhau

Die mitgeschleppten gängigen Reiseführer überschlagen sich unisono fast im Lob über diese wildromantische Gegend, die kilometerlangen fjordartigen Meeresarme sind ein ausgesprochener Traum für Naturfreunde. Und tatsächlich. Glasklares Wasser, steil aufragende Felswände und gleich zwei Schmugglerboote direkt vor uns. Aus dem übers Meer nur 50 km entfernten Iran kommen ständig Boote mit Ziegen, Teppichen und Sonstigem, was die total verarmte Landbevölkerung alles so feilbieten kann. Meist bereits vor dem Hafen von Khasab, noch auf dem offenen Meer, werden die Ware getauscht, vornehmlich gegen Elektronik, die im unter internationalem Boykott stehenden Iran nicht zu bekommen ist. In Handumdrehen ist die Ware von Boot zu Boot übergeben und schon saust der Iraner im Höllentempo seines Speedbootes wieder ins Blau des offenen Meeres hinaus.


Schroffe Felswände ragen steil in den Himmel

Der Kapitän steuert nach rechts in eine Bucht, die sich als die Mündung eines dieser gewaltigen "Fjorde" entpuppt. Nachdem ich mich dem Kapitän als Travel Agent auf Recherchetour geoutet habe, übergibt er mir eine zwar schon zerfledderte, aber sogar deutschsprachige recht genau gezeichnete Karte dieser Gegend. 16 km ist dieser "Khor Ash Sham" tief, mehrere Minidörfer an den Steilhängen des Gebirges, die nur per Boot erreicht werden können, werden wir passieren, ohne sie jedoch zu betreten, um das abgeschiedene Leben der Fischerfamilien hier nicht zu stören.



Unsere gesamte Gruppe ist sehr guter Dinge, der Blick von unserer mit Teppichen und großen Kissen ausgelegten kitschigblauen Dhau aus ist fast schon unwirklich schön. Und dann sind sie plötzlich da, die Delphine, deren Erscheinen wir uns erhofft hatten. Kapitän und Bootsmann pfeifen und klatschen um die Wette, der Gashebel der Dhau geht auf Vollgas. Und tatsächlich, rechts und links begleiten uns nun sausend die Delphine. Unglaublich, sie direkt unter der klaren Oberfläche zu sehen, ohne dass wir irgendwelche Flossenschläge erkennen können. Jedes mal, wenn sie trotz des hohen Tempos auch noch aus dem Wasser schießen, klicken die Kameras, unser Glück ist perfekt - welch ein Erlebnis.

Wir passieren "Nadifi", das erste Dorf des Fjordes mit 120 Einwohnern. Die Kinder werden jeden Samstag per Boot zur Schule nach Khasab gebracht und kommen am Mittwoch zurück ins Dorf, um das Wochenende mit der Familie zu verbringen. Die Regierung stellt den kärglichst lebenden Bewohnern wöchentlich kostenlos Trinkwasser zur Verfügung. Bemerkenswert finden wir auch "Maqleb" mit nur 10 Häusern. Welch ein Leben fernab unserer Vorstellungskraft.


Entgegenkommende Dhau

Die Dhaus, die am Vormittag bereits vor uns in Khasab ausgelaufen waren, stoppen auf dem Rückweg neben uns. Offensichtlich hatten die in Sachen Delphine weniger Glück wie wir, unser Kapitän wendet sofort.
Fast als Belohnung für diese Entscheidung gleich schon wieder spielende Delphine vor uns. Und wieder diese offensichtlich animierende Vollgasfahrt mittendurch zur Delphineskorte. Ja klar, Delpine habe ich auf Reisen schon oft gesehen, als solch rasende "Torpedos" aber noch nie.



Rasende Delphine begleiten unsere Dhau
Die Wasserfarbe habe ich per Photoshop etwas aufgepeppt...

Die Delphine sind abgetaucht, die Fahrt verlangsamt sich, wir nähern uns dem Inselchen "Telegraph Island". Der Anker fällt, nun aber endlich ab ins erfrischende Nass. Welche Labsal, von 45 Grad Lufttemperatur ins "nur" 30 Grad kühle Wasser zu wechseln. Bananengeködert schwimmen wir inmitten bunter Fischschwärme.
Herrlich, da Telegraph Island von einem Korallenriff umgeben ist und damit einer der besten Plätze auch zum Schnorcheln. 1864 erbauten die Briten auf diesem Inselchen eine Telegrafenstation. Sie verlegten ein Unterwasserkabel von Indien nach Basra im Irak, um eine Verbindung zwischen England und Indien zu erhalten. Gut so, die Welt wuchs bereits damals zunehmend zusammen.
Der aufkommende Gedanke, dass auch einer der hier vorkommenden Haie auf uns lauern könnte, vertreibt die 12-jährige B. weinend aus dem Wasser ins Boot. Klar, ein überschaubares Freibad ist dieser schroffe omanische Meeresarm im Persisch-Arabischen Golf an diesem Ende der Welt dann doch nicht.


Der Bootsmann wirft den Anker vor dem Inselchen "Telegraph Island"

Reisen fernab ausgetretener Pfade - die Welt erscheint hier besonders reich und schön. Erinnerungen, die bleiben. Auch dank solcher gedanklicher Skizzen, vieler Fotos und Videos.
Der Kapitän betet wieder, sein Gebetsteppich weist nun gen Heck, der Bootsmann steuert.
Laut erschallt "Allahu Akbar - Gott ist groß"  und seine Schöpfung ist herrlich. Hier sogar noch ein Stück weit herrlicher als anderswo. 
 

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