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Samuel Degen - Reisen, Fotografie & mehr

Neues Thailandprojekt

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Die Aktion: Mit meiner legendären Nikon F2 mit 17 mm Weitwinkel Objektiv. 80er Jahre. Chiang Dao, ca 60 km nördlich von Chiang Mai. Das Foto von mir machte mein langjähriger Reporterkollege Thomas P. Wiegand.
Mein Foto von der Erdgöttin Toranee wurde so gut, dass ich es als Titelbild des Bildbandes "Thailand - zwischen Tradition und Tourismus" verwendete.

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Die Geschichte dahinter: Als Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, 49 Tage lang unter einem Boddhibaum meditierte, wurde er immer wieder vom Dämonenfürsten Mara und seiner Yak Armee, in Form verschiedenster Versuchungen angegriffen. Letztendlich beschwor Buddha die Erdgöttin Mae Toranee, die Ihr Haar auswrang. In den herausströmenden Wassermassen ertrank der Dämonenfürst Mara und die überlebenden Yaks schloßen sich Buddha an.


Das Buch: Mundo Verlag - Edition Samuel Degen


Die Erinnerung: 20 Jahre später...


Viele Jahre hat es gedauert, bis ich nun endlich den Mut fasste, das größte Foto- Präsentationsprojekt meines Lebens anzugehen: Thailand.

Seit Jahrzehnten zieht es mich immer wieder dorthin, so dass es bisher 25 Foto-Reportagereisen wurden, die ich durch dieses faszinierende Land unternahm. Viele Fotos daraus wurden bislang weltweit veröffentlicht, aber nie als Gesamtwerk.

So bin ich nun endlich dabei, komplett alle meine über 2.000 schw/w Negative und 5.000 Color-Dias zu digitalisieren. Hinzu kommen abertausende von Digitalfotos, die aufwändig überarbeitet werden müssen.

Ziel ist die Erstellung einer großen multimedialen Retrospektive unter dem Titel:

Thailand
Zwischen Tradition und Tourismus - im Wandel der Zeit
Ein Innenansicht von Samuel Degen

oder

Thailand
Sehnsucht nach Siam.

Siehe auch unseren Bildband aus den 80er Jahren.

Achtung: Kopieren dieser Photographien  von Samuel Degen ist strikt untersagt - Copys of these photos are strictly not allowed !
Protected by an invisible watermark


80er Jahre: Akha Frau. Sie trägt ihren Besitz in Form von Maria Theresientaler auf der Stirn.


80er Jahre: Akha Junge mit Stammestracht und -Frisur

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80er Jahre: Opiumbauern in ihrer Stelzenhütte


80er Jahre: Hilltribekinder in den Bergen des Goldenen Dreiecks


80er Jahre: Hilltribejungs beim hüten von Wasserbüffeln


80er Jahre: Junges Mädchen bei der klassischen Tanzausbildung


80er Jahre: Schmuggler am Grenzfluss zu Burma (erst ab 1989 Umbenennung zu Myanmar) bei Mae Sai


80er Jahre: Einer der 10.000 Arbeitselefanten in Thailand


80er Jahre: Kinder der Opiumbauern vom Stamm der Lahus greifen mich mit ihren selbst gebastelten
Schussapparaten an - ich muss fliehen.


80er Jahre: Opiumbauer bei der Bearbeitung seines Messers


80er Jahre: Glückliche Kindheit der reichen und stolzen Opiumbauer.
Heute ist der Mohnanbau untersagt und die Hilltribe People sind verarmt. Die Thais lehnen die aus China
eingewanderten Minderheiten ab, von da ist keine Hilfe zu erwarten.


80er Jahre: Schwerste Handarbeit im Backofen der glühend heißen Reisfelder


Das Projekt wird sicherlich ein Jahr Arbeit verschlingen - aber es lohnt sich. Allein meine wertvollen schw/w Aufnahmen aus den 80er Jahren sind jeglichen Aufwand der teuren Digitalisierung wert. Noch vor dem Ende des vergangenen Jahrhunderts gingen nämlich danach viele der uralter Kulturen der Opium Bauern der Berge, der Hill Tribe People in Nordthailand, unter, so dass viele meiner Aufnahmen unwiederbringliche Zeugnisse der Menschheitsgeschichte darstellen.

 

Unser neues Tuk Tuk ist da

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Unser örtlicher Projektleiter, Rev. Vipassi (li), nahm heute unser neues Schülerfahrzeug, ein Diesel Tuk Tuk in Empfang. Somit können nun täglich viel mehr Kinder wie bisher, vor allem diejenigen, die weiter weg von unserem Kinderzentrum wohnen, von Zuhause abgeholt werden um an unserem Zusatzunterricht in Englisch und EDV teilzunehmen. Bis zu sieben Kinder werden in Sri Lanka in diesen Fahrzeugen transportiert - andere Länder - andere Sitten.

Endlich! Heute wurde unser neues Diesel Tuk Tuk geliefert. Wie mit mir abgesprochen, hat unser Projektleiter, Rev. Vipassi mir gleich heute ein Foto mit ihm als Passagier wie auch die Rechnungen gemailt.
Der Preis für die Anschaffung sowie für die Tax von gesamt 433.000 RS beträgt in Euro nach heutigem Kurs 2.923,- Euro.

50% der Kosten wurden von der Partnerschaftsbörse 3. Welt übernommen, die andere Hälfte finanzieren wir durch Spenden.

Wer sich und unseren über 200 Patenkindern ein besonderes (Weihnachts-) Geschenk machen möchte, kann für unser neues Tuk Tuk spenden:

Patenkinder Matara e.V.
Sparkasse Karlsruhe
Kto 108 010000
BLZ 660 501 01

Bitte im Verwendungszweck "Tuk Tuk 2012" und Deine Adresse angeben, damit wir Dir die Spendenquittung zukommen lassen können.

Die erste Spende über 100,- Euro ist uns bereits heute gutgeschrieben worden.

Nach meiner Auffassung ist es ein großer Fehler der Regierung, den Englischunterricht in den staatlichen Schulen weitgehend abzuschaffen und fühle mich verpflichtet, unseren Patenkindern diese wichtige Bildung durch unsere Hilfe auf privatem Wege zu ermöglichen.

Ich bedanke mich für Ihre / Eure Unterstützung.

Patenkinder Matara e.V.
Samuel Degen
Vice Chairman

 

Begegnung in Negombo

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Endlich nun online.

Die Teilnehmer an der 50-köpfigen Pateneltern Delegation, die ich organisiert hatte, erreichten am 11. Juni 2011 Sri Lanka mit verschiedenen Fliegern. So sammelten sich alle nach und nach im Hotel Goldi Sands am Beach von Negombo, das nur 1/2 Transferstunde vom Airport Colombo entfernt liegt.

Der örtliche Projektleiter des Karlsruher Vereins "Patenkinder Matara e.V.", der Mönch Yatalamatte Vipassi Thero, ließ es sich auch dieses mal nicht nehmen (vorherige von mir geleitete Gruppen in 2007 und 2009), uns dann gleich am 12. Juni nach einer 6-stündigen Busfahrt von Matara im Hotel in Negombo mit einer kleinen Auswahl unserer insgesamt über 200 Patenkinder willkommen zu heißen, um dann gleich wieder stundenlang zurück an die Südspitze von Sri Lanka nach Matara zu fahren..

Hier nun das Movie mit Aufnahmen, die meine Frau Andrea und ich per Foto- und Filmkamera von diesem Besuch aufgenommen haben.


Ein Video von Samuel Degen / Vice Chairman - Patenkinder Matara

 

Filmdokumentation vom 22. Juni 2011 nun fertig

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Beim Besuch des von mir organisierten und geleiteten Besuchs von 50 Pateneltern des Karlsruher Vereins Patenkinder Matara e.V. am 22. Juni 2011 im "Karlsruher Children Center" in Matara / Sri Lanka war ein örtliches Videoteam der Firma "Sarasi Seya Video Production" anwesend, das eine über 4-stündige Videodokumentation erarbeitete.

Hieraus mein Zusammenschnitt die wichtigsten Szenen. Da nur maximal 15 Minuten Länge je Film möglich sind, sind es mehrere Teile.

Meine Fotos von diesem Ereignis sind hier zu sehen.

Flash Player notwendig, kostenloser Download hier

Teil 1:

Video stark gekürzt und online gestellt von: Samuel Degen. Zum Start 1x auf den Pfeil in der Bildmitte klicken.

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Teil 5:

Teil 6:

 

Sri Lanka - Die Patenkinder von Matara

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Bombastischer Empfang im Tempel Maha Nawimana in Matara

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Unsere über 200 Patenkinder stehen Spalier

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Bei meiner Dankesrede für die überragende Gastfreundschaft

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Im Vordergrund unser örtlicher Projektleiter Reverend Yatalamatte Vipassi Thero und ich neben ihm als Leiter der 50-köpfigen Delegation aus Karlsruhe.

Zu meiner Fotogalerie hier klicken

Am Vorabend steigerte sich die Vorfreude auf den Besuch am 22. Juni 2011 im Tempel Maha Navimana in Matara nochmals. Reverend Yatalamatte Vipassi Thero, unser örtlicher Projekleiter, war ins Kogalla Beach Hotel gekommen, um die große Delegation des Vereins Patenkinder Matara e.V. aus Karlsruhe zu begrüßen.
Er saß, nein thronte auf seinem Stuhl, den das Servicepersonal mit einem weißen Tuch bedeckt hatte, wie es hierzulande Brauch ist. Die Gruppe saß im Halbkreis um ihn herum, so dass alle seinen Worten lauschen konnten. „Ich freue mich sehr, dass so viele Pateneltern aus Karlsruhe gekommen sind, um ihre Kinder zu besuchen“ übersetzte unser Dolmetscher Sudu. Dieser hatte zuvor den Großteil der Gruppe als Guide auf der klassischen Rundreise eine Woche durch die Insel geführt. Vipassi verlor nicht allzu viele Worte, trank noch eine Tasse Tee und entschwand.

Pünktlich um 08:30 Uhr kommen die Busse. Als Organisator der gesamten Reise hatte ich diese so bestellt. Die Fahrt führt uns eine Stunde die Küste Richtung Osten lang nach Matara, die zweitgrößte Stadt des Südens von Sri Lanka.
Kurz vor dem Tempel stoppen sie plötzlich. Vipassi hat vom Tempel aus telefonisch durchgegeben, dass die Vorbereitungen zu unserem Empfang noch nicht ganz abgeschlossen sind. Nach 10 Minuten geht es weiter. Welche Überraschung. Viele beflaggte Polizeimotorräder tauchen rechts und links auf und eskortieren uns den letzten Kilometer zum Ziel. Fast so wie bei einem Staatsbesuch. Ich hatte uns zwar im Vorfeld bei der deutschen Botschaft und dem Tourismusministerium in Colombo angemeldet, aber nicht erwartet, dass das Wirkung gezeigt hätte.

Angekommen, warten bereits hunderte von Menschen auf uns, mehrere Videokameras und Fotoapparate sind auf uns gerichtet. Die Patenkinder stehen dicht an dicht die lange Auffahrt zum Tempel hoch Spalier, hohe Amtspersonen warten mit unserem Reverend Yatalamatte Vipassi Thero auf uns. So der Bürgermeister von Matara, der Gouverneur von Südsrilanka, der örtliche Polizeipräsident, ein Universitätsprofessor und einige mehr.

Vorneweg trommelnde und singende Kandydancer in ihren schönen Kostümen, schreiten wir durch das Spalier. Als neuer 2. Vorsitzender der Karlsruher Hilfsorganisation Patenkinder Matara e.V. werde ich eingeladen, zusammen mit diesen Offiziellen an der Spitze der Prozession zu gehen. Da ich zwar bereits auch die vorherigen zwei Gruppenreisen zu den Patenkindern von Matara in 2007 und 2009 organisiert und geleitet hatte, jedoch da noch nicht im Vorstand unserer Hilfsorganisation war, konnte ich damals ungeniert das Empfangs Spektakel fotografieren.
Jetzt aber eilt nur meine Frau Andrea gleich nach dem Aussteigen voraus, um vom anderen Ende des ca. 100 Meter langen Spaliers im Gegenschuss Bewegtbilder zu machen. Links neben mir der Bürgermeister, rechts der Gouverneur und die anderen, geht es bedächtig und würdevoll langsam voran. Ich kann es jedoch nicht lassen, und halte immer wieder meine kleine Sony Videocam eingeschaltet einfach vor den Bauch, zu einmalig ist diese Situation, um davon keine vollständige Filmdokumentation zu haben. Zwischendurch wechsle ich sogar die Kamera, um nun mit hochgereckten Armen mit meinem guten 24 mm Carl Zeiss Sonnar Weitwinkelobjektiv einmalige Übersichtsfotografien zu machen. „Der Zweck heiligt die Mittel“ denkend ertrage ich die gelegentlichen Seitenblicke des Bürgermeisters.

Oben angelangt, gibt es erst einmal Blumen wie auch eine aufgeschlagene Kokosnuss zum trinken. Wie soll ich das alles in Händen halten und auch noch so „nebenbei“ von dem riesigen Spektakel hier wichtige Foto-. und Filmaufnahmen machen? Das lokale Reporterteam ist zwar ständig an der Arbeit, aber werde ich je an deren Bildmaterial kommen? Kurzentschlossen übergebe ich nach wenigen Minuten die schönen Blumen und die erst halb leer getrunkene Kokosnuss einer der verdutzt reagierenden Helferinnen und mache mich an meine gewohnte visuelle Arbeit. Aber immer wieder sind zwischendurch meine Kameras schnell zu verstauen, um den Offiziellen Rede und Antwort über unsere Projekt und unsere Hilfe hier an der Südspitze von Sri Lanka zu stehen. Hinterher bei meinen multimedialen Vorträgen für unsere Organisation Patenkinder Matara e.V. fragt keiner mehr, unter welchen Umständen die Aufnahmen zustande kamen, da zählt nur noch ein top Ergebnis.

Nun die Schuhe ausgezogen und die um 10 Uhr Vormittags bereits glühend heißen Treppen zum berühmten Tempel Maha Nawimana hochgestiegen. Die Kandydancer trommeln was das Zeug hält, der unser Karlsruher Hilfsprojekt vor Ort leitende Sadu, wie hier die Mönche genannt werden, Reverend Vipassi, schreitet bedächtig voran. Wir erhalten Lotusblüten, um diese im herrlich ausgestalteten Tempel vor dem großen goldenen Buddha auf einem bereitstehenden großen Tisch verneigend abzulegen.

Alle Patenkinder, deren Eltern bzw. Pflegeeltern und die vielen Gäste haben sich zwischenzeitlich auf dem großen Platz inmitten des Tempelgeländes unter schattenspendenden Bäumen versammelt.
Die vier ranghöchsten buddhistischen Geistlichen aus dem Süden von Sri Lanka sitzen erhöht in Position, um gleich mit uns eine feierliche buddhistische Zeremonie abzuhalten. Matten liegen bereit, auf denen wir im ungewohnten Schneidersitz Platz nehmen, mein lädiertes Kreuz rebelliert bereits beim hinschauen. Mir wird ein Platz in der Mitte der ersten Reihe zugewiesen, wieder zusammen mit meinen honorigen Nebenmännern vom Spalierlauf.
Zuerst werden den Mönchen von uns aus der ersten Reihe neue Roben als Geschenk überreicht. Diese waren zuvor von Rev. Vipassi beschafft worden und liegen bereits zur Übergabe bereit. Dann wird von einer Spindel ein langer weißer Faden abgewickelt, der von Hand zu Hand geht und alle miteinander verbindet.


Die folgende Meditation ist lange und eindrucksvoll. Wir aus dem christlichen Abendland würden das Kommende eher als inniges Gebet bezeichnen. Die Mönche sprechen abwechselnd in einer Art Leiergesang, die Einheimischen murmeln in fast allen Passagen mit. Alle halten die ganze Zeit die zusammengelegten Hände vor das Gesicht, den Faden unter die Daumen geklemmt. Ein spiritueller Wohlfühlteppich breitet sich über die Massen. Ich schließe die Augen und bin nun endlich da. Da in meinem so geliebten Fernost, das mir in über einem viertel Jahrhundert unzähliger Besuche zur seelischen Heimat wurde. Da auch bei diesen liebenswürdigen Menschen, ihrer Sanftmut und Aufmerksamkeit. Weit weg von den unzufriedenen Wutbürgern Zuhause, die mich krank machen mit ihren rücksichtslosen und unersättlichen Forderungen nach mehr, mehr und mehr. Da bei den Kindern, die wirklich Hilfe benötigen und für jede noch so kleine Aufmerksamkeit überaus dankbar sind, die lernen, die später hart für ihre Familien arbeiten werden.
Nun wird der Faden von den Mönchen mit einer Schere in kurze Stücke geschnitten. Wir Gäste werden eingewiesen, stehen danach auf und ein Mönch schüttet uns zuerst aus einem Krug etwas Wasser in die Handflächen, das wir trinken. Kniend bekommen wir dann von den anderen Mönchen ein Stück des Fadens um das Handgelenk gewickelt. Alle stehen nun auf, die Matten werden weggeräumt, die Zeremonie ist zu Ende. Mein Rücken brennt wie Feuer, wie soll das nur weitergehen. Zuhause habe ich einen ergonomisch geformten Bürostuhl und nun saß ich fast eine Stunde auf einer Bastmatte im Schneidersitz. Warum gibt es keine Meditation "light" für uns kleuzlahme Grufties?



Jetzt entsteht Bewegung auf dem großen Platz. Pateneltern und Patenkinder suchen sich. Die vielen Patenkinder haben hierzu einen Zettel auf die Brust geheftet, auf dem ihr Namen und der Name der Pateneltern steht. Lachen, freudige Kontaktaufnahme, Fotos. Aber auch einige traurige Blicke. Manche der Kinder fragen vergeblich nach ihren Pateneltern, diese sind bei der Reisegruppe nicht dabei. Ebenso suchen einige der Pateneltern vergeblich ihre Patenkinder, die auch nicht da sind. Zwar hatte ich vier Wochen vor unserer Anreise die Namen der Teilnehmer hierher ins Kloster gemeldet, aber was ist da schief gelaufen? Reverend Vipassi erklärt mir das am nächsten Tag ausführlich in seinem Büro, es bleiben keine Fragen offen.
Ich kenne ihn auch seit Jahren. Er ist ein Ehrenmann, für den ich meine Hand ins Feuer lege. Wie aber auch tief gläubiger Mönch und kein ausgefuchster Eventmanager, wie leider einige, gottseidank nur wenige, aus der Gruppe von ihm nörgelnd erwarten. Hauptgrund für das Fernbleiben einiger Kinder ist die zu große Entfernung zum Kloster, die je einen mehrstündigen Fußmarsch in beide Richtungen erfordern würde. Geld für ein Taxi ist nicht da.

Die Gelegenheit ist gut und zu schlecht oder zu alt sind viele der Fotos unserer Patenkinder, die wir in Karlsruhe in unseren Vereinsunterlagen haben. Deshalb lasse ich nach und nach alle Kinder antreten, um sie gleich hier auf dem Platz zu porträtieren. Das geht zügig, je Kind zwei mal ausgelöst, sicher ist sicher.

Langsam füllt sich der Ausstellungsraum, in dem Gemälde und Basteleien der Patenkinder von Matara nicht nur ausgestellt sind, sondern auch mitgenommen werden können. Nahezu alle Kinder haben etwas erarbeitet, dies wird Zuhause sicherlich für viel Freude bei den Pateneltern sorgen.

Nun werden wir Gäste gegen 13 Uhr zum Mittagessen gerufen. Im Kindergarten des „Karlsuher Children Center“ sind Tische eingedeckt, ein Catering Service hat ein reichhaltiges Buffet aufgebaut. Welch ein Aufwand. Aber lieber so als dass unsere zum Teil total asienunerfahrenen Pateneltern hinterher über ein zu einfaches feuerscharfes Curryessen vom Palmblatt klagen, dass sie auch noch mit der rechten Hand einnehmen müssten.

Weiter geht es in die neu renovierte Halle des Klosters zum offiziellen Programm. Noch 2009 bestand der Fußboden aus fleckigem grauem Beton, nun ist er freundlich hell gefliest. Die Wände sind weiß gestrichen, die Bühne hat einen roten Vorhang.
Sudu übernimmt die Leitung der Veranstaltung. Reden, Geschenkübergaben, Tanz- und Gesangsvorträge der Kinder wechseln sich ab. Wir überreichen zwischendurch Armbanduhren an alle Patenkinder, die zuvor auf Vereinskosten Kosten von Srima, einer engagierten Karlsruher Sri Lankanerin, bei ihrem Besuch im März diesen Jahres hier vor Ort gut und günstig besorgt wurden.
Aber auch wir können kulturelles liefern. So erfreuen sich die Zuschauer klatschend am Badener Lied, der deutschen Nationalhymne und einigen unserer Beiträgen mehr.

Das nimmt, wie hier in Sri Lanka bei Feierlichkeiten so üblich, fast kein Ende, erst gegen 18:30 Uhr ist Schluss. Noch ein Snack im Kindergarten, innige Verabschiedungen und der obligatorische Stromausfall. Welch ein ereignisreicher Tag im „Karlsuhe Children Center“ bei unseren herzlichen Gastgebern, die zu Freunden wurden.

Auf der Rückfahrt zum Hotel sinniere ich über Sinn und Unsinn unserer Hilfe hier am südlichsten Ende des Indischen Subkontinents. In 30 Jahren durfte ich 80 Länder unserer Welt bereisen und fotografieren, hier habe ich jedoch erstmals durch mein sehr arbeitsintensives Engagement direkt und wirksam geholfen. 30 Kinder aus Matara konnte ich zudem in meinem eigenen Freundeskreis bislang vermitteln und auch durch meine vielen Filmvorträge und Projektpräsentationen mit nennenswerten Spendenerlösen wesentlich zum Bestand dieser Hilfseinrichtung beitragen. Fast 80 Menschen führte ich insgesamt aus Karlsruhe in Gruppen in den Jahren 2007, 2009 und nun in 2011 hierher nach Matara und verschaffte ihnen einen Einblick in unsere Arbeit. Hinzu kommen die vielen vielen Individualreisenden, die ich hierher schickte.

Zufriedenheit macht sich breit, etwas stolz auf die Früchte meiner Arbeit bin ich dem Moment dann schon. Mit einem Lächeln im Gesicht spendiere ich mir, zurück im netten Guesthouse in Mirissa, noch ein eiskaltes Lion Bier, heute Abend zischt es besonders...

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